Drüber nachdenken und verbreiten erwünscht!!

Zu schade das die meisten schon vor dem Zeitaufwand, so einen langen Text lesen zu müssen, zurückschrecken!

Wenn einem schon das lesen zuviel ist, wie wird es dann erst sein, wenn sie wirklich was tun müssen um etwas zu ändern?????

Laufen dann wieder alle wie die Lemminge einem *Führer* hinterher?!

Ich geb die Hoffnung nicht auf, das dieser Phlegmatismus endlich aufhört und die Bevölkerung nicht nur Jammert sondern auch bereit ist, was zu TUN!!

Bei meiner Stöberei im Netz bin ich über den Begriff ‚Bandbreitenmodell‘ gestolpert.
Neugierig wie ich nun mal bin, habe ich tiefer gegraben.
(Zwar immer noch nicht tief genug, aber so tief, das ich mich mit dem Thema noch sehr ausführlich weiterbeschäftigen werde!)

Zugegeben, auf der aufgeführten Seite gibt es SEHR viel zu lesen.

http://www.bandbreitenmodell.de/index.html

Ich für meine Begriffe finde die aufgewendete Zeit dafür mehr als gerechtfertigt (habe schon wesentlich sinnloser meine Zeit vertrieben! 😉 )

Die beste Kurzfassung und Erklärung zu diesem Modell, die ich finden konnte, stell ich nun hier ein.
Wer mehr darüber wissen will, siehe den Link oben.

Da es doch manchem zuviel ist, tausend Links hinterherzuhüpfen, habe ich das interessanteste komplett hier ein kopiert.
Ich hoffe ihr verzeiht mir. 😉

Wer oder Was ist das Bandbreitenmodell?!
Häufige Fragen und ihre Antworten.

1. Warum wird die Arbeitslosigkeit auf Dauer immer weiter steigen?

Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:ArbeitsloseBRD.PNG sieht man, wie sich die Arbeitslosigkeit langfristig entwickelt. In wellenartigen Stufen steigt der Sockel der Arbeitslosigkeit immer weiter an, verharrt einige Jahre auf ähnlichem Niveau und sinkt kurzzeitig jedes Mal ein wenig, um anschließend weiterzusteigen. Dafür gibt vor allem 5 Ursachen:

1. Kostendruck durch den Wettbewerb in einer ungezügelten Marktwirtschaft
2. Automation
3. Ewige Produktivitätssteigerungen
4. Globaler Wettbewerb bei Lohn, Bildung und Produktivität
5. Mismatch zwischen Arbeitgeber-Bedarf und Arbeitnehmer-Qualifikation

Eine Erläuterung dieser 5 Punkte finden sie unter http://www.bandbreitenmodell.de/hauptursachen_arbeitslosigkeit.html

2. Löst der angebliche Aufschwung das Problem?

Nein. Obwohl die Wirtschaft stetig wächst und die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Teilzeitjobs seit Jahren leicht steigt, sinkt die Zahl der Vollzeitjobs – also der „echten“ Arbeitsplätze – erheblich. Zudem sinken die Gehälter bei ständig steigender Einkommenssteuer. Gehaltssteigerungen – sofern es sie überhaupt gab – lagen bei den unteren 80% der Arbeitnehmer unter der Preissteigerung.

3. Wie kann das Bandbreitenmodell die Arbeitslosigkeit komplett beseitigen?

Durch ein Bündel von Maßnahmen, von denen drei besonders wichtig sind: Erstens die Abschaffung aller Steuern, mit Ausnahme der Umsatzsteuer. Deutschland würde also durch steuerfreie Gewinne und Einkommen zur Steueroase, während eine höhere Umsatzsteuer die öffentlichen Haushalte finanziert und entschuldet sowie die Sozialsysteme teilweise unterstützt. Zweitens die vollständige Abschaffung der Lohnnebenkosten. Beide Maßnahmen bewirken auch, daß alle Arbeitnehmer ihr Bruttogehalt als Nettogehalt erhalten. Dies allein würde über 60% mehr Kaufkraft und einen entsprechenden Umsatzboom bedeuten. Aber das reicht bei weitem nicht, um das Problem der Arbeitslosigkeit zu lösen, weil sie die Ursache nicht beseitigen.

Das kann nur die dritte Maßnahme – die Einführung des „Bandbreitenmodells“. Dabei werden sämtliche privatwirtschaftlichen Arbeitsplätze finanziell belohnt. Je nachdem, wie viele Inlandsmitarbeiter im Verhältnis zum Inlandsumsatz ein Unternehmen beschäftigt, erhält es „Arbeitsplatzprämien“. Diese Prämien werden nicht ausbezahlt, sondern mit einer sehr hohen Umsatzsteuer verrechnet, wodurch der tatsächliche Satz der Umsatzsteuer auf einen niedrigen Wert sinken kann. Die Arbeitsplatzprämien kosten den Staat keinen Cent.

Die Arbeitsplatz-vernichtende Gesetzmäßigkeit wird also umgedreht, die besagt: Je weniger Mitarbeiter (im Verhältnis zum Umsatz) bezahlt werden, desto niedriger können Verkaufspreise sein. Stattdessen lautet die Regel des Bandbreitenmodells (bis zu einer vordefinierten Grenze):

Je mehr Inlands-Mitarbeiter (im Verhältnis zum Inlands-Umsatz) bezahlt werden, desto niedriger können die Inlands-Verkaufspreise sein.

Unternehmen werden daher Menschen auf die Gehaltslisten setzen, die sie überhaupt nicht benötigen, um sie von der Umsatzsteuer abzusetzen und dadurch ihre Produkte möglichst preisgünstig verkaufen zu können. Dabei werden sie ihnen bei niedrigen Arbeitszeiten hohe Gehälter zahlen. Produkte von Unternehmen, die zu wenige Mitarbeiter (im Verhältnis zum Umsatz) bezahlen, sind aufgrund hoher Mehrwertsteuersätze nahezu unverkäuflich. Kurz gesagt:

Wer in einem Land Waren verkaufen will, muß im gleichen Land entsprechend viele gut bezahlte Arbeitsplätze bieten. Umsätze und Beschäftigung werden regional verknüpft.

Es ist ein faires Geschäft zwischen Konsumenten und Unternehmen. Und der Arbeitsmarkt wird vollkommen immun gegen die globale Lohnkostenkonkurrenz und Rationalisierungen/Automation.

4. Ist das Konzept rechtlich zulässig?

Ja. Laut Bundesverfassungsgericht (Urteil vom 11.07.2006, Aktenzeichen 1 BvL 4/00) ist „die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Verbindung mit der Gewährleistung der finanziellen Stabilität des Systems der sozialen Sicherung ein besonders wichtiges Ziel, bei dessen Verwirklichung dem Gesetzgeber gerade unter den gegebenen schwierigen arbeitsmarktpolitischen Bedingungen ein relativ großer Entscheidungsspielraum zugestanden werden muss. Dieser Gemeinwohlbelang … besitzt eine überragende Bedeutung.“

Desweiteren urteilte das Bundesverfassungsgericht am 21.06.2006 (Aktenzeichen 2 BvL 2/99), daß der Gesetzgeber einen weiten Spielraum hat, verschiedene Gruppen von Steuerzahlern ungleich zu behandeln. Zitat: „Diese Ungleichbehandlung ist mit dem gesetzgeberischen Ziel zu rechtfertigen, die Position des Wirtschaftsstandorts Deutschland im internationalen Wettbewerb zu verbessern. Die Förderungs- und Lenkungsziele haben hinreichendes Gewicht… Insoweit ist hervorzuheben, daß der Gesetzgeber innerhalb seines Gestaltungsspielraums bei der wirtschaftspolitischen … Instrumentenwahl von einem dringenden Handlungsbedarf ausgehen und sich … entscheiden durfte.“

Steuern an Bedingungen zu knüpfen ist nichts Neues. Eine Bedingung ist z.B. der Standort. Wohnen Sie in Flensburg, unterliegen Sie dem deutschen Steuersystem. Verlagern Sie Ihren Wohnsitz 3 Km nördlich nach Dänemark, befinden Sie sich in einem reichlich anderen Steuersystem mit höheren Umsatzsteuern, wobei auf Pkws sogar eine Steuer von bis zu 180% aufgeschlagen wird. Auch innerhalb Deutschlands ist der Satz der Mehrwertsteuer von Bedingungen abhängig, nämlich von Art bzw. Verwendung des Produkts. Für den Verkauf eines Esels verlangt das Finanzamt 19% Mehrwertsteuer, für einen Maulesel 7%. Islandmoos kostet 7% MwSt., isländisches Moos 19%. Für Oliven, die „durch längeres Mazerieren in Salzlake unmittelbar genußfähig gemacht sind“, definierte das Bundesfinanzministerium 7% MwSt., werden die Oliven dagegen „lediglich vorläufig in Salzlake haltbar gemacht“, will das Bundesfinanzministerium 19% haben. Kommt der Kaffee aus einem Automaten, enthält er 19%, bereitet man sich den Kaffee selbst zu, enthält er 7% MwSt. Auf Dill zahlt man 7% Mehrwertsteuer, auf Basilikum 19%. Begründung des Bundesfinazministeriums: Basilikum ist nicht nur ein Lebensmittel (7%), sondern zusätzlich ein Heilkraut (19%)…

Essen Sie Ihren Burger bei McDonalds, sind 19% Umsatzsteuer fällig. Essen sie den Bürger vor der Tür oder zu Hause, sind nur 7% fällig. Liefert ein Friedhofsgärtner die Bepflanzung eines Grabes, sind 7% fällig, pflanzt er sie auch ein, sind es 19%. Briefmarken enthalten 0% MwSt., Schnittblumen 7% und Topfblumen 19%. Bei Adventskränzen gilt „je grüner der Kranz, desto geringer die Steuer“. Der Bundesfinanzhof machte den Steuersatz eines „malt beer base“ davon abhängig, wie das Getränk schmeckt.

Die Umsatz-/Mehrwertsteuer hängt also reichlich willkürlich von Fragen ab wie „eßbar oder nicht“, „drinnen oder draußen gegessen“, „vorübergehend oder dauerhaft haltbar“, „aus dem Kaffeeautomaten oder nicht“, „haben Pflanzen eine Wurzel oder sind sie abgeschnitten“, „Geschmack“, usw. Auch andere Steuern sind an Bedingungen geknüpft. Die Höhe der Einkommenssteuer hängt neben der Höhe des Einkommens und der Zahl der Kinder u.a. davon ab, ob sie mit oder ohne Trauschein zusammenleben oder ob die Steuerpflichtigen genug Geld für Steuersparmodelle verdienen. Die Gewerbesteuer hängt von der Stadt ab, in der die Buchhaltung eines Unternehmens sitzt, während die Körperschaftssteuer vom Staat abhängt, in der die Buchhaltung sitzt. Auch z.B. die Vergnügungssteuer hängt vom Standort ab.

Mit dem Bandbreitenmodell findet nicht einmal eine solch zulässige Ungleichbehandlung statt, da alle Unternehmen vollkommen gleich behandelt werden. Wie hoch der Umsatzsteuersatz ihrer Produkte ist, haben die Unternehmen selbst in der Hand.

Auch die Verknüpfung von Steuersätzen mit Arbeitsplätzen und Löhnen gibt es bereits, und zwar bei der Erbschaftssteuer, die bei der Vererbung von Unternehmen anfällt. So bleiben nach der Erbschaftssteuer- reform 2008 85% des Unternehmenswertes steuerfrei, wenn der Steuerpflichtige den Betrieb mindestens 15 Jahre weiter betreibt und dabei die Lohnsumme 10 Jahre lang nicht unter 70% der Lohnsumme fällt, die zum Zeitpunkt des Erblassens ausbezahlt wurde.

Noch näher am Bandbreitenmodell liegt der Entschluß von US-Präsident Obama am 28.01.2010, Steuer- erleichterungen für Unternehmen anzubieten. Einzige Bedingung für das Steuergeschenk: Zusätzliche Arbeitsplätze. Das heißt: Steuersätze werden an die Beschäftigung gekoppelt – ähnlich wie beim Bandbreitenmodell.

5. Wie funktioniert das Konzept konkret?

Ein Beispiel: Die Automobilkonzerne wollen/müssen zigtausende Menschen entlassen. Das Bandbreitenmodell würde sie dazu bringen, zigtausende Menschen einzustellen – die sie überhaupt nicht brauchen. Bei der Volkswagen AG werden lt. Presseberichten mittelfristig wahrscheinlich 50.000 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren. 2003 erzielte Volkswagen mit 107.195 Mitarbeitern einen Inlandsumsatz von 17,3 Mrd. €. Das sind 6,2 „Mitarbeiter pro Umsatzmillion“. Darauf aufbauend kann der Gesetzgeber ein Ziel definieren, für dessen Erreichung es eine Belohnung gibt, und zwar die „Arbeitsplatzprämie“, die mit der Umsatzsteuer verrechnet wird. Die Umsatzsteuer läge für alle Automobilhersteller bei einer Obergrenze von 80% (für weniger als 6 „Mitarbeiter pro Umsatzmillion“) und einer Untergrenze von 35% (ab 8 „Mitarbeiter pro Umsatzmillion“). Dazwischen gibt es Abstufungen. Wer also weniger als 6 „Mitarbeiter pro Umsatzmillion“ hat, dessen Autos sind durch 80% Umsatzsteuer kaum noch verkäuflich. Wenn Volkswagen 31.093 vollkommen überflüssige Mitarbeiter oder Auszubildende zusätzlich einstellt, sinkt die Umsatzsteuer eines jeden Volkswagen auf 35%. Ford müßte rd. 14.000 überflüssige Mitarbeiter einstellen, Audi 14.464 und BMW 6.124, um auf 35% Umsatzsteuer zu kommen (alle Zahlen beziehen sich auf 2003). Importeure wie Toyota und Renault hätten die Wahl: Entweder beschäftigen Sie proportional zum Inlandsumsatz inländische Mitarbeiter oder sie geben den deutschen Markt auf (siehe Frage 7).

6. Ist das Modell kompliziert und schwer umsetzbar?

Nein. Das gesamte Steuerrecht paßt auf 3 Seiten. Im Gegenzug entfallen 118 Steuergesetze, 96.000 Steuerverordnungen und ein Berg aus Finanzgerichtsurteilen.

Die Bürger müssen überhaupt nichts mehr über das Steuersystem wissen. Für Bürger gibt es keine Steuererklärungen. Unternehmen geben lediglich einmal monatlich eine Umsatzsteuererklärung ab. Das einzige, was Unternehmen von der Steuer absetzen können, sind Arbeitsplätze, und die einzigen Menschen, die die 3 o.g. Seiten Steuerrecht kennen müssen, sind Geschäftsführer, Vertriebsleiter und Buchhalter. Der Aufwand läge bei jährlich 1 Minute pro Produktgruppe (sofern in ihren Branchen die Umsatzsteuersätze überhaupt nach Produktgruppen differenziert werden). In den Stammdaten der Warenwirtschaftssoftware wird per Mausklick in Sekunden der Umsatzsteuersatz aktualisiert, und das war’s. Deshalb kann man das Steuersystem auch binnen 4 Wochen bundesweit gegen das bisherige austauschen. Die steuerrechtliche und steuertechnische Zeitverschwendung entfällt.

Das ganze Konzept ist wie ein Uhrwerk. Auf nur 9 Seiten wird die Funktion des Uhrwerks anhand von leicht nachvollziehbaren Beispielen ausführlich erklärt, so daß es jeder interessierte Laie versteht. Die Prinzipien sind simpel, und für den Benutzer sind die Ergebnisse so einfach abzulesen wie die Uhrzeit.

7. Kann man Unternehmen zwingen, überflüssige Mitarbeiter einzustellen?

Niemand wird gezwungen. Z.B. Toyota kann seine Autos problemlos aus Ungarn importieren. Nur erhält Toyota keine Arbeitsplatzprämien, wenn es nicht genügend inländische Mitarbeiter beschäftigt und muß seine Autos mit 80% statt 35% Umsatzsteuer verkaufen. Volkswagen, Ford und Opel werden sich über jeden Mitbewerber freuen, der überteuerte Autos anbietet, und dessen Marktanteile übernehmen.

8. Gäbe es dann nur noch deutsche Produkte zu kaufen?

Aber nein. Jedes ausländische Unternehmen hat unbeschränkten Zugang zum deutschen Markt. Für Unternehmen ist es eine simple Kosten-Nutzenrechnung. Im deutsche Binnenmarkt liegt das Marktvolumen (Summe aller umsatzsteuerpflichtigen Umsätze) lt. Pressemitteilung Nr. 105/2007 des Statistischen Bundesamtes bei über 5.148 Mrd. € (eine Aufschlüsselung nach Branchen finden Sie in der Tabelle unter http://www.bandbreitenmodell.de/umsatzsteuereinnahmen).
Damit ist Deutschland der nach den USA nach wie vor der zweitattraktivste Absatzmarkt der Welt ist (Japan ist protektionistisch abgeschottet und daher uninteressant, wachsende angebliche „Zukunftsmärkte“ wie China sind ebenfalls hochprotekionistisch).

Betrachten wir es wieder aus Sicht eines Automobilherstellers. In Deutschland wurden z.B. 2007 Kraftfahrzeuge im Wert von
124 Mrd. € (netto) verkauft. Preisfrage: Lohnt es sich, zusätzliche Mitarbeiter einzustellen (was alle anderen Wettbewerber auch tun müssen, um wettbewerbsfähig zu sein) und möglichst viel von den 124 Mrd. € Marktvolumen einzusammeln?
Jeder Unternehmensvorstand und Vertriebsleiter wird diese Frage bejahen. Für Hersteller fast aller Branchen rentiert es sich, in Deutschland zu investieren und Fertigungen/Endmontagen in Deutschland aufbauen (selbst bei Produkten, deren Produktion als nicht zurückholbar gilt, wie z.B. Textilien, Möbel, Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik und Spielwaren).
Zu bedenken ist auch, daß der deutsche Markt weitaus großer werden wird als die heutigen 5,1 Billionen €, weil im Bandbreitenmodell erstens die Zahl der Arbeitsplätze weitaus höher liegt und zweitens die Mindest- und Durchschnittsgehälter drastisch steigen. Diese Kaufkraft setzt wiederum, eine Wertschöpfungskette von Einzelhandel und Dienstleistern über sämtliche Zulieferer in Gang. Warum ein Marktwachstum um rd. 180 % wahrscheinlich ist, zeigen die Berechnungen in den Kapiteln 3.4.7. und 3.6.2. des Buches „Die Geldlawine“.

Desweiteren bleibt der Lohnkostenanteil durch den Mehrumsatz und die Abschaffung der Lohnnebenkosten (siehe zweiter Absatz bei Frage 15) in einem niedrigen Rahmen. In personalintensiven Branchen wird er sogar sinken (siehe Frage 15).

9. Würde der Welthandel zurückgehen, sobald andere Länder das System kopieren?

Jein. Der grenzüberschreitende Handel wird erheblich zurückgehen, jedoch durch den nationalen Handel mehr als überkompensiert, weil die Konsumenten in allen Ländern, die die das Konzept der Strategiepartei umsetzen, erheblich mehr Kaufkraft erhalten. Insgesamt würde das Handelsvolumen drastisch steigen. Extrem sinken würde allerdings der Transportverkehr mitsamt allen Belastungen für Umwelt und Verkehrswege. Desweiteren würden alle Nationen, die das Konzept umsetzen, durch die Entflechtung der Weltwirtschaft weitestgehend unabhängig von Krisen anderer Länder. Sogar, wenn z.B. die überschuldete US-Wirtschaft zusammenfiele, hätte das auf Deutschland keine Auswirkungen.

10. Würden die Unternehmen die Belegschaftszahlen aufblasen, indem sie die Arbeit in Minijobs zerlegen?

Im Gegenteil. Es wird keine schlecht bezahlten Minijobs mehr geben, weil es Arbeitsplatzprämien nur für 4 Beschäftigungsmodelle gibt: Erstens maximal 1.200 Jahresstunden Arbeitszeit bei mindestens 40.000 € Jahresgehalt, zweitens max. 600 Stunden jährlich für mindestens 32.000 €, drittens „abwesende Arbeitnehmer“ mit Null Stunden Arbeit für mindestens 24.000 € jährlich und viertens Auszubildende. Wenn auch nur ein einziger Angestellter 1.201 Stunden im Jahr arbeitet, entfallen alle Arbeitsplatzprämien für das gesamte Unternehmen. Das könnte sich kein Unternehmen leisten.

11. Warum nur maximal 1.200 Stunden Jahresarbeitszeit? Was ist z.B. mit unentbehrlichen Mitarbeitern?

Die Arbeitgeber werden motiviert, überflüssige Arbeitnehmer nicht nur als Ballast auf den Gehaltslisten mitzuschleppen und in sinnlosen Pseudo-Jobs versauern zu lassen (wie z.B. beim Telekom-Mitarbeiterparkplatz „Vivento“, das nicht zufällig den Spitznamen „Wie wenn tot“ trägt). Stattdessen liegt es nun im Interesse der Arbeitgeber, sich aus der Abhängigkeit von wenigen Leistungsträgern zu befreien, indem sie möglichst vielen Mitarbeitern möglichst brauchbare Weiterbildungs-Qualifikationen ermöglichen. Aus Arbeitnehmersicht hat die Regelung u.a. folgende Konsequenzen: Hochgefragte Spezialisten könnten z.B. 20 Wochen lang 60-Stundenwochen durchziehen – dann sind die 1.200 Stunden voll, und sie haben 32 Wochen bezahlten Urlaub. Eine weitere Konsequenz sind „umgekehrte Sickereffekte“. Sozusagen als Umkehr des nach unten gesickerten taxifahrenden Akademikers erreichen nun sehr viele Arbeitnehmer Arbeitsplätze, die bisher unerreichbar waren. Insgesamt bedeutet die Regelung, daß die dramatisch verkürzte (und dank Rationalisierung immer weiter sinkende) Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich möglichst gleichmäßig verteilt wird. Streß wird minimiert, niemand arbeitet mehr als 30 Wochenstunden (bei 12 Wochen Jahresurlaub), und das Wichtigste tritt in den Vordergrund: Das Privatleben.

Die Arbeitszeit-Begrenzung ist kein Muß, sondern eine Option, die umgesetzt werden sollte, sofern der „Vivento-Effekt“ zu große Ausmaße annimmt und eine 2-Klassen-Arbeitnehmerschaft aus echten und Pseudo-Jobs zu entstehen droht. Natürlich könnte man auch die Arbeitszeit-Begrenzungen je nach Branche spezifizieren.

Wichtig: Die Arbeitszeitbegrenzung gilt nur für Arbeitnehmer. Unternehmens-Eigentümer (ab einer Beteiligung von z.B. 2%) können beliebig lange arbeiten, ohne die Arbeitsplatzprämien zu gefährden.

12. Der Arbeitsmarkt dreht sich also um 180° in ein Arbeitnehmer-Paradies?

Ja. Arbeitgeber werden die Arbeitnehmer umwerben müssen – und seien sie noch so unqualifiziert oder unflexibel. Dieser Wettbewerb findet hauptsächlich über die Gehälter statt. Ein Jahresgehalt von 40.000 € ist die absolute Untergrenze. Die Durchschnittsgehälter werden deutlich darüber liegen. Statt wie bisher lediglich Gehälter zu zahlen, die knapp über der Motivationsgrenze der Arbeitnehmer liegen, um nicht zu Hause zu bleiben oder woanders zu arbeiten, werden sich die Gehälter künftig an der Obergrenze dessen bewegen, was der Lohnkostenanteil an den erzielbaren Produktpreisen hergibt. Desweiteren werden die Arbeitsbedingungen in bisher unvorstellbarem Ausmaß an die Arbeitnehmer angepaßt. Nun ist es an den Arbeitgebern, Flexibilität zu zeigen hinsichtlich Arbeitszeiten, Kinderbetreuung, Betriebsklima, usw. Altersdiskriminierung und Mobbing kann sich kein Unternehmen mehr leisten. Stattdessen wird es seine Mitarbeiter an sich binden müssen, da die Gewinnung neuer Mitarbeiter in einem leergefegten Arbeitsmarkt weitaus schwieriger und teurer ist.

Alle Unternehmen, die in Deutschland etwas verkaufen wollen, werden weniger Mitarbeiter beschäftigen, als sie sich leisten können, aber mehr, als sie benötigen.

13. Wie kann man einen Arbeitnehmermangel vermeiden?

Das Bandbreitenmodell kann durch seine Stellschrauben sehr schnell an neue Ziele und Situationen angepaßt werden. Die Stellschrauben sind:

1. die Untergrenze der Umsatzsteuer,

2. deren Obergrenze,

3. die Staffelung der Arbeitsplatzprämien,

4. die Gehaltsvoraussetzungen (siehe Frage 10),

5. die Arbeitszeitvoraussetzungen (siehe Frage 10),

6. die Differenzierung nach Produktgruppen oder sogar einzelnen Produkten (was aber eine seltene Ausnahme bleiben wird) und

7. (optional) die Gestaltung einer „Vorproduktumsatzsteuer“, um zu verhindern, daß Lieferantenketten verkürzt werden, um Steuern zu sparen (als Ersatz für den abgeschafften Vorsteuerabzug der MwSt.).

Das Ziel muß die Balance sein, auf dem Arbeitsmarkt immer einen leichten Unterdruck zugunsten der Arbeitnehmer zu erhalten, ohne die Arbeitgeber zu überfordern. Diese Gefahr besteht aber bei weitem nicht. Selbst bei 45 Mio. Arbeitnehmern und einem Durchschnittsjahresgehalt von 50.000 € netto würden die Lohnkosten von heute 53% auf 38% des Umsatzes sinken, weil die zusätzliche Kaufkraft zu zusätzlichem Umsatz wird und die Lohnkosten überkompensiert.

14. Wie kann man hohe Gehälter in Branchen zahlen, deren Preisniveau zu gering ist?

Bei Niedriglöhnen ist zunächst nach der Preisempfindlichkeit der Kundengruppen zu unterscheiden. Unternehmen können höhere Preise für bisherige Billig-Arbeit meist leicht in der Gesamtkalkulation unterbringen, sofern alle anderen Unternehmen der gleichen Branche dies auch tun müssen. Diese Gleichbehandlung ist beim Bandbreitenmodell garantiert. Am preisempfindlichsten sind Privatkunden bei privaten Dienstleistungen. Wenn man in einer preisempfindlichen Niedriglohnbranche deutsche Arbeitnehmer (oder Menschen mit deutscher Arbeitserlaubnis) beschäftigen will, sind 2 Aufgaben zu lösen:

Erstens sind Preise, mit denen hohe Gehälter finanziert werden können, oft nicht durchsetzbar. Nehmen wir als Extrembeispiel für Niedriglöhne das Friseurhandwerk. Friseurgesellen verdienen 2007 durchschnittlich rd. 1.400 € brutto und kosten den Arbeitgeber (incl. Lohnnebenkosten) 1.698 € monatlich. Netto kommen nur 981 € beim Friseurgesellen an (siehe Gehaltsrechner unter sueddeutsche.de). Der Arbeitgeber muß also monatlich pro Gesellen 1.698 € zzgl. Deckungsbeitrag für sonstige Kosten (Miete, Material, etc.) und Gewinn erwirtschaften. Durch das Bandbreitenmodell verdient jeder Vollzeitarbeitnehmer nun mindestens 40.000 € jährlich (siehe Frage 10), also 3.333 € monatlich (brutto = netto, incl. privater Rentensparsumme, siehe Frage 16) und kostet seinen Arbeitgeber auch nicht mehr als sein Nettogehalt. Wie kann man doppelt so hohe Lohnkosten erwirtschaften? Entweder (da Miete und andere Fixkosten gleich bleiben) durch ca. 70-80% höhere Preise (was nur selten durchsetzbar wäre). Oder man muß Niedrigpreis-Arbeit subventionieren. Subventionen sind nicht grundsätzlich schlecht. Es kommt immer darauf an, was und wie man subventioniert (Bildung, Kinderbetreuung, etc.). Im Bandbreitenmodell werden ohnehin alle Arbeitsplätze subventioniert. Niedrigpreis-Arbeit kann man subventionieren, indem man Privatkunden-Umsätze in Branchen wie dem Friseurhandwerk (oder auch z.B. bei der Gebäudereinigung) überhaupt nicht besteuert und das Bandbreitenmodell überhaupt nicht anwendet. Dann könnten die Preise für Billig-Dienstleistungen im Vergleich zu heute sogar erheblich sinken (Steuerfreiheit, keine Lohnnebenkosten mehr). Aber selbst das würde das Problem nicht lösen, denn nun kommt die 2. o.g. Aufgabe hinzu:

(Potentielle) Friseurgesellen, Reinigungskräfte etc. werden sich fragen: „Warum soll ich dort für 1.400 € netto arbeiten, wenn ich in anderen Branchen (zu denen nun jeder viel leichter Zugang bekommt) mehr als das Doppelte verdienen kann?“ Infolgedessen würde man keine inländischen Arbeitnehmer mehr für Billig-Dienstleistungen finden. Die 2. Aufgabe ist also, Billig-Dienstleistungen aus Arbeitgebersicht konkurrenzfähig gegenüber anderen Branchen zu halten. Dies erreicht man durch ein Kombi-Modell. Arbeitnehmer „X“ läßt sich als „abwesende Arbeitnehmer“ (siehe Frage 10) auf die Gehaltsliste eines beliebigen anderen Unternehmens „Y“ setzen und erhält von Y 2.000 €. Der Billig-Dienstleistungs-Arbeitgeber „Z“ zahlt ihm gleichzeitig 1.500 €. Arbeitnehmer X erhält also 3.500 €, Unternehmen Y setzt X von der Umsatzsteuer ab und Arbeitgeber Z hat einen Arbeitnehmer, der 3.500 € verdient und ihn nur 1.500 € kostet.

Hinzu kommt: Die Kaufkraft der einzelnen Privatkunden steigt um über 60%. Die Zahl der gut bezahlten Erwerbstätigen steigt auf mindestens 45 Mio. Konsumenten. Die Gesamtkaufkraft der Privatkunden (Gehälter, Renten und Selbständigeneinkommen) steigt um ca. 1,7 Billionen €. Deshalb werden sämtliche Dienstleistungen viel öfter in Anspruch genommen. Um beim Beispiel Friseurhandwerk zu bleiben: Statt alle 10 Wochen geht man z.B. alle 4 Wochen zum Friseur und kann es sich leisten, bei jedem Besuch wesentlich mehr Geld für umfangreichere Leistungen auszugeben.

15. Steigen durch die höhere Umsatzsteuer und die zusätzlichen Mitarbeiter die Preise?

Hinter dieser Frage steht meist der Wunsch, daß alles möglichst billig sein soll, aber: Für zu niedrige Preise müssen wir einen zu hohen Preis zahlen – Massenarbeitslosigkeit und Niedriglöhne. Je niedriger die Preise sind, desto geringer ist der Spielraum für Löhne. Wir befinden uns in einer Abwärtsspirale. Im Kampf um die sinkende Kaufkraft der breiten Masse der Bevölkerung sind die meisten Unternehmen gezwungen, so billig wie möglich zu sein. Dazu müssen sie ihre Kosten senken – vor allem die Lohnkosten. Mit sinkenden Löhnen sinkt die Kaufkraft noch weiter, die Preise müssen weiter sinken, und die Lohnkosten müssen noch weiter sinken, usw. In der Automobilindustrie liegt der Lohnkostenanteil bei rd. 15% des Umsatzes, bei den Lebensmitteldiscountern bei nur 6,9%. Von 100 € Umsatz gehen nur 6,90 € an Arbeitnehmer – brutto. Das ist absurd wenig. Kein Wunder, daß in solchen Branchen niemand von seinem Einkommen wirklich leben kann.

Zu niedrige Preise verhindern Wohlstand. Mit dem Bandbreitenmodell verschaffen wir uns den Spielraum für eine Beteiligung der Arbeitnehmerlöhne am Umsatz (Lohnquote) von mindestens 32%, wahrscheinlich 40% (siehe Frage 20). Das ist für kein Unternehmen ein Problem, da für alle Unternehmen der gleichen Branche (incl. der Importeure) die gleichen Bedingungen gelten (Mindestlöhne, Arbeitszeiten, Umsatzsteuersätze), die Gehälter durch die Umsätze finanziert werden und die Umsatzsteuer erst nach Zahlungseingang der Kunden an das Finanzamt überwiesen werden muß.

Welche Wirkung hat das Bandbreitenmodell nun auf die Preise? Dazu muß man grundsätzlich fragen: Warum sind Preise für ein und dasselbe Produkt in verschiedenen Märkten/Ländern unterschiedlich teuer? Weil Anbieter in jedem Markt nehmen, was der Markt hergibt. Aus diesem Grund sind praktisch alle Konsumgüter in der Schweiz teurer als in Deutschland, Mieten in München höher als in Berlin und Benzin vor Ferienbeginn immer teurer als nach den Ferien. Warum sind identische Güter in der 3. Welt billiger als in den Industrienationen? Weil der Markt dort keine höheren Preise hergibt.

Mit dem Bandbreitenmodell gibt einerseits die Kaufkraft höhere Preise her. Andererseits verbessert sich die Kalkulationsgrundlage der Unternehmen (vor allem bei Dienstleistungen) u.a. aufgrund der steuerfreien Gewinne, der abgeschafften Lohnnebenkosten und der weitaus höheren Umsätze so sehr, daß (in einem kompetitiven Markt wie dem deutschen) trotz einer höheren Umsatzsteuer und zusätzlicher Mitarbeiter die Preise wahrscheinlich leicht sinken könnten. Exportprodukte können sogar um 38% billiger angeboten werden.

Bei Billigprodukten werden die Preise erheblich steigen (was auch beabsichtigt ist, siehe oben), bei teuren Produkten weniger. Wie auch immer die Preise steigen sollten, liegt es in jedem Fall in erheblich unter den Gehaltssteigerungen. Relevant sind im Übrigen nicht die Preise, sondern die gesamten Lebenshaltungskosten, also auch Miete, Energie, Müllgebühren, Wasserpreise und weitere Kostenfaktoren, deren Preise zu einem erheblichen Teil von der Politik gesenkt werden können.

Entscheidend ist bei Preisen und Lebenshaltungskosten nur der Maßstab, den wir aus Geschichtsbüchern kennen: Wie lange muß man für ein Ei, ein Kilo Brot, ein Auto oder eine Monatsmiete arbeiten? Und diese Zeit sinkt im Bandbreiten- modell drastisch, weil die Gehälter stärker steigen als die Preise / Lebenshaltungskosten. Der Wohlstand steigt also in jedem Fall.

16. Kann man das heutige Steuer- und Sozialversicherungssystem beibehalten?

Das alte Steuersystem könnte man beibehalten. Aber wozu? Es ist schädlich, Arbeit zu besteuern, weil sie das nur unnötig verteuert. Sinnlos ist auch die Besteuerung von Gewinnen, weil sich diese im internationalen Wettbewerb um die niedrigsten Unternehmenssteuern leicht umgehen lassen. Siehe http://www.selectiv-verlag.de/Kapitel_3_1_2.html

Das heutige Gesundheitssystem ist ebenfalls durch und durch fehlkonstruiert (siehe Frage 17). Warum sollte man es so lassen, wie es ist?

Es ist auch nicht sinnvoll, unser fehlkonstruiertes Rentensystem beizubehalten, das längst bankrott ist und nur durch Mittel aus dem verschuldeten Staatshaushalt künstlich erhalten wird. Mehr dazu z.B. unter http://www.ddp-partei.de/rentenfakten

Das heutige Rentensystem wird also abgewickelt. Alle heutigen und baldigen Rentner erhalten (durch die Umsatzsteuer finanziert) eine Mindestrente von monatlich 1.500 € (Alleinstehend) bzw. 2.500 € (Paar) netto. Heute höhere Renten bleiben gleich hoch. Die 2006 eingeführte Besteuerung von Renten, Zinsen, Mieteinkünften etc. wird wieder abgeschafft.

Die „Deutsche Rentenversicherung Bund“ (DRB, ehemals BfA) bietet einen Aktienfonds an, in den alle Erwerbstätigen (künftige Rentner) 10% ihres Einkommens auf ihr eigenes privates Konto in einen Fondssparplan einzahlen können – wenn sie es wollen. Und sie werden es wollen, denn die sicheren und konkurrenzlos gut verzinsten Spargelder bleiben ihr Eigentum, werden in Monatsraten ausbezahlt und sind voll vererbbar. Die DRB arbeitet ohne Verwaltungsgebühren, Ausgabe- oder Rücknahmeaufschläge, so daß die Renditen zu 100% bei den Sparern ankommen.

Allerdings gibt es ein Problem beim massenhaften Fondssparen: Wohin mit dem Geld, wenn alle Menschen dem Rat der Experten folgen und Aktien kaufen? Bei einer Sparrate von 10% wären (je nach Aktienkursen) nach spätestens 5-7 Jahren alle deutschen Aktien aufgekauft, in ca. 26 Jahren könnten deutsche Rentensparer alle US-Aktien aufkaufen. Langfristige Folge: Die Verzinsung sinkt proportional zu den Anteilen am Gesamtfonds.

Deshalb wird das wichtigste Standbein in lebenslangen Erwerbseinkünften liegen. Dabei legt jeder Mensch selbst fest, ab wann er sein Beschäftigungsmodell wechseln will, also z.B. von max. 1.200 Jahresstunden auf max. 600 Jahresstunden und schließlich als „abwesender Arbeitnehmer“ auf 0 Arbeitsstunden wechseln will (siehe Frage 10). Das Ergebnis sind Alterseinkünfte, die als Kombination aus „abwesender Arbeit“ und Fondsauszahlungen bei einem mehrfachen der zu erwartenden Renten des heutigen gesetzlichen Rentensystems lägen. Mehr zum Sozialstaat unter Frage 21.

17. Wie finanziert sich das Gesundheitssystem ohne Kassenbeiträge?

Das Gesundheitssystem wird um den Anbieter „Staatliche Privatkrankenversicherung“ (SPKV) erweitert – eine beitragsfreie Vollkaskoversicherung mit einer Eigenbeteiligung von maximal 10% eines Jahreseinkommens. Was über die 10%-Grenze hinausgeht, wird (durch die Umsatzsteuer finanziert) aus dem Staatshaushalt zugeschossen. Die Verwaltungskosten der SPKV sowie ggf. Trägerschaften medizinischer Einrichtungen finanziert ebenfalls der Staatshaushalt. Wer in einem Jahr nicht zum Arzt geht, zahlt also überhaupt nichts und ist dennoch krankenversichert.

Das Gesundheitssystem hat kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem, dessen Ursache vor allem darin liegt, daß weitestgehend entmündigte Patienten weder die Informationen noch die Motivation haben, um die Kosten zu vermeiden, die sie selbst verursachen. Jeder SPKV-Versicherte wird deshalb vor einer Behandlung über Kosten und Alternativen informiert und erhält die volle Kostenkontrolle und damit die bestmögliche Souveränität über die Leistungserbringer (Ärzte, Kliniken, Apotheken). Da die Patienten die ersten Kosten medizinischer Leistungen selbst zahlen müssen, sind sie nun motiviert, diese Kosten so niedrig wie möglich zu halten. Mit einer bestmöglichen medizinischen Versorgung für alle gibt es weder unversicherte Menschen noch die übliche Rationierung von Therapien (heute sterben Geringverdiener durchschnittlich 9 Jahre früher als Besserverdiener) noch Patienten 2. Klasse. Ärzte und Pflegepersonal verdienen erheblich mehr bei erheblich kürzeren Arbeitszeiten.

18. Werden Innovationen und Automation durch das Bandbreitenmodell aufgehalten?

Überhaupt nicht. Zunächst einmal muß man Innovationen und Automation unterscheiden. Die Automation bezieht sich auf Produktionsprozesse, während sich Innovationen auf Produkte beziehen.

Die Automation bekommt neue Ziele. Statt menschliche Arbeitskraft aus Kostengründen zu ersetzen und die menschenlose Vollautomation anzustreben, wird die Arbeitswelt immer ergonomischer werden müssen, weil die Arbeitnehmer die Auswahl zwischen unterschiedlich anstrengenden, gesundheitsgefährdenden und stupiden Tätigkeiten haben. Weiterhin wird die Automation unverzichtbar sein, um kleine/präzise/massenhafte Produkte überhaupt herstellen zu können. Auch aus Kundensicht ist Automation unverzichtbar, sofern sie für immer mehr Komfort sorgt.

Innovationen erfolgen fast ausschließlich aus betriebswirtschaftlichen Motiven: Wer die Kaufkraft potentieller Kunden in eigene Umsätze umwandeln will, muß neue bzw. immer bessere Produkte anbieten. Da das Bandbreitenmodell die Kaufkraft extrem steigert, werden die Innovationen ebenso extrem angetrieben.

19. Warum ist das Bandbreitenmodell weder kapitalistisch noch sozialistisch?

Es ist nicht ganz kapitalistisch, weil nicht die Vermehrung von Kapital, sondern die Mehrung des Wohlstands aller Menschen das Ziel ist.

Es ist nicht sozialistisch, weil

* keine Planwirtschaft existiert. Die Unternehmen können produzieren und verkaufen was sie wollen, wie sie wollen, wo sie wollen, wann sie wollen, mit wem sie wollen, so viel sie wollen, zu selbst festgelegten Nettopreisen und zu gleichen Bedingungen innerhalb jeder Branche.
* nicht im sozialistischen Sinne bzw. im Nachhinein umverteilt wird. Alle Menschen haben zwar ein hohes Mindesteinkommen, aber es entsteht nicht durch Enteignung der Reichen, sondern durch eine faire Beteiligung der Arbeitnehmer an der eigenen Wertschöpfung.
* es die Ungleichheit hinsichtlich der Einkommen und Vermögen der Menschen zwar erheblich verringert, aber nicht beseitigt (ein akzeptables Maß Ungleichheit ist aus psychologischen Gründen bzw. zu Motivationszwecken unumgänglich).
* das Privateigentum der Menschen nicht berührt wird (das Bandbreitenmodell funktioniert sowohl mit privaten als auch mit verstaatlichten Unternehmen).

Sozial-istisch ist es allenfalls im Sinne von sozialer Gerechtigkeit und einer erheblichen Verbesserung der Chancengleichheit.

Ein passender Begriff wäre die „dressierte soziale Marktwirtschaft“. Verfechter einer wettbewerbsintensiven Marktwirtschaft werden rätseln, ob sie sich über einen weiteren Wettbewerbsfaktor freuen sollen: Für die Unternehmen kommt zum Wettbewerb um die meisten Kunden/Umsätze, die besten Produkte, die niedrigsten Kosten, die besten Standorte und die besten Mitarbeiter 1 Wettbewerbsfaktor hinzu – der Wettbewerb um möglichst viele Mitarbeiter.

20. Wie hoch ist die Lohnquote heute und im Vergleich dazu im Bandbreitenmodell?

Das Statistische Bundesamt nennt in seiner volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung für 2007 „Arbeitnehmerentgelte“ von
1.184 Mrd. €. 2007 lagen die Sozialversicherungsbeiträge bei 476 Mrd. €. Davon zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer je die Hälfte. Die Gesamtsumme aller Nettogehälter liegt also bei 946 Mrd. €, während die Arbeitgeber Bruttolohnkosten von
1.422 Mrd. € zu tragen hatten
In Pressemitteilung Nr. 105/2009 nennt das Statistische Bundesamt (und das Bundesfinanzministerium) für 2007 umsatzsteuerpflichtige Umsätze von Unternehmen in Deutschland in Höhe von 5.148 Mrd. €.

Bezogen auf die umsatzsteuerpflichtigen Umsätze liegt die Lohnquote (Lohnkostenanteil am Umsatz) heute also bei durchschnittlich rd. 28%.

Im Bandbreitenmodell gibt es Mindestgehälter für 4 Beschäftigungsarten: Azubis, „abwesende Arbeitnehmer“, Teilzeit und Vollzeit (siehe Frage 10). Jedes Unternehmen wird eine Belegschaft haben, die aus diesen 4 Beschäftigungsarten gemischt ist. Um mit dem niedrigsten Umsatzsteuersatz für seine Produkte belohnt zu werden, benötigen Unternehmen (in den meisten Branchen) „8 Mitarbeiter pro Umsatzmillion“ (siehe Frage 5). Bei 10.000 € Mindest-Jahresgehalt für einen Azubi sind das 80.000 € oder 8% Lohnkostenanteil auf 1 Umsatzmillion. 8 Vollzeit-Mitarbeiter mit einem Mindest-Jahresgehalt von je 40.000 € bedeuten 320.000 € oder oder 32% Lohnkostenanteil auf 1 Umsatzmillion. Tatsächlich werden im Bandbreitenmodell die Durchschnittsgehälter – auch für gering Qualifizierte – erheblich über den Mindestgehältern liegen, weil die Gehaltsfindung eher in Form einer Versteigerung abläuft: Unternehmen werden sich gegenseitig überbieten, um ihre Gehaltslisten mit Arbeitnehmern zu füllen und damit ihre Umsatzsteuersätze drastisch zu senken. Eine weitere Einflußgröße ist die Nutzung der Stellschrauben des Systems (siehe Frage 13) – und das ist eine politische Entscheidung.

Exakte Prognosen sind ohnehin bei keinem Wirtschaftsmodell möglich. Was bleibt, ist eine bestmögliche Schätzung. Der Autor des Bandbreitenmodells schätzt die Lohnquote im Bandbreitenmodell auf durchschnittlich 40% des Umsatzes. Das sind nur 12 Prozentpunkte mehr als heute. Zudem vertritt das Bandbreitenmodell die Philosophie, daß die Wirtschaft zum Wohl der Menschen da ist – und nicht umgekehrt (wie heute). Die Lohnquote sollte daher so hoch wie möglich sein.

21. Gäbe es noch einen Sozialstaat?

Selbstverständlich. Die Fragen 16 und 17 zeigen, daß Krankenversicherung (incl. Pflegeversicherung) und Rentensystem weiterhin existieren. Sie werden nur anders finanziert (siehe oben), während die Leistungen erheblich steigen.

Auch die Arbeitsagenturen werden weiter existieren. Das Einzige, was sich für sie ändert, ist die Umkehr von Angebot und Nachfrage. Das heißt: Statt Millionen von Arbeitsuchenden und wenigen bescheidenen Stellen bringen sie wenige Arbeitsuchende und Millionen offene Stellen zusammen. Die Arbeitsvermittlung läuft wie eine Art von Versteigerung. Welcher Arbeitgeber bietet die höchsten Löhne, die flexibelsten Arbeitszeiten, den meisten Urlaub, die kürzesten Wege, die beste Kinderbetreuung, usw.? Arbeitsvermittler zu sein ist im Bandbreitenmodell ein äußerst einfacher und dankbarer Job.

Der Sozialstaat arbeitet heute in völlig unzureichender Weise an den Symptomen sozialer Notlagen. Das Bandbreiten- modell beseitigt die Ursachen und verhindert, daß soziale Notlagen überhaupt entstehen.

22. Was bedeutet der Name „Bandbreitenmodell“?

Die Antwort unter Frage 5 erläutert am Beispiel der Automobilindustrie, wie das Bandbreitenmodell funktioniert: In jeder Branche gibt es eine Umsatzsteuer, die sich in einer Bandbreite zwischen einem Höchst- und einen Mindest-Steuersatz bewegt. Im Umsatzsteuergesetz, Anlage 1, finden Sie diese Höchst- und Mindestsätze. Jedes Unternehmen hat es selbst in der Hand, seinen Umsatzsteuersatz durch eine hohe Beschäftigungsintensität (Verhältnis Mitarbeiter zum Umsatz) zu senken.

23. Warum heißt das zugrunde liegende Buch „Die Geldlawine“?

Weil genau das der Effekt des Bandbreitenmodells ist: Es löst buchstäblich eine Lawine aus Geld aus:

1. Unternehmen stellen mehr Menschen zu höheren Gehältern ein (siehe Frage 3)
2. Alle Arbeitnehmer erhalten ihr Bruttogehalt als Nettogehalt (weder Sozialabgaben noch Steuern).
3. Alle Gewinne sind steuerfrei.
4. Rentner erhalten mehr als doppelt so hohe Renten.
5. 1.-4. bedeuten: Viel mehr Kaufkraft
6. Viel mehr Kaufkraft bedeutet: Viel höhere Umsätze der Unternehmen
7. Viel höhere Umsätze bedeuten: Viel höhere Umsatzsteuereinnahmen
8. 1.-7. bedeuten: Andere Nationen wollen, müssen und können das Bandbreitenmodell ebenfalls anwenden

24. Wer trägt die Kosten des Bandbreitenmodells?

„Es ist nicht der Unternehmer, der die Löhne zahlt – er übergibt nur das Geld.
Es ist das Produkt, das die Löhne zahlt.”
Henry Ford

Das Bandbreitenmodell kostet den Staat keinen Cent. Die Arbeitsplatzprämien sind lediglich eine Steuergutschrift, die mit der Steuerschuld aus der Umsatzsteuer verrechnet werden. Unternehmen überweisen immer mindestens den Mindestsatz der Umsatzsteuer, die sie tatsächlich eingenommen haben, an das Finanzamt. Das Bandbreitenmodell kostet auch die Unternehmen keinen Cent. Im Gegenteil – durch die viel höhere Kaufkraft und die steuerfreien Gewinne (siehe Frage 23) erzielen Sie viel höhere Umsätze und Gewinne als heute. Die Unternehmen zahlen zwar die Gehälter der Arbeitnehmer aus. Finanziert werden die Gehälter aber nicht durch die Unternehmen, sondern durch die Produktverkäufe – wie heute auch (siehe Frage 20 und Zitat von Henry Ford).

Das Bandbreitenmodell finanziert sich zu 100% durch den Konsum – so, wie auch das heutige System zu 100% durch den Konsum finanziert wird.

25. Wäre die EU mit dem Bandbreitenmodell einverstanden?

Das ist gleichgültig. Aber wenn sie die Interessen der Bürger vertreten würde: Ja. Denn bisher erreicht sie ihre Ziele nicht. Das liegt zum Einen daran, daß sie u.a. der auseinanderreißenden Schere zwischen Arm und Reich ratlos gegenüber steht. Und zum Anderen daran, daß die Entscheider in der EU andere Interessen verfolgen.

Ein grundsätzliches Problem für die EU wäre, daß das Bandbreitenmodell nur regional funktioniert: Wer Deutschen etwas verkaufen will, muß auch entsprechend viele Deutsche beschäftigen, wer Franzosen etwas verkaufen will, muß Franzosen beschäftigen, dto. mit Italienern, Polen, Spaniern, Briten, Dänen, Niederländern, Rumänen, usw.
Bürgern in Frankreich nutzt es nichts bzw. schadet es insgesamt sogar, daß Peugeots für den französischen Markt in der Slowakei produziert werden. Es ist auch nutzlos / insgesamt schädlich für Bürger aus Deutschland, wenn Autoreifen für den deutschen Markt in Rumänien produziert werden.

Wie sehr das Thema „Exporte“ überschätzt und die damit verbundenen Nachteile unterschätzt werden, lesen Sie unter Kapitel 1.3.11. des Buches „Die Geldlawine“: „Exporte lösen keine Probleme und schaffen Abhängigkeiten“.

Ein Kritikpunkt der EU wird die Abschaffung der Gewinnbesteuerung sein (siehe Frage 3). Diese Kritik ist doppelt interessant. Erstens, weil die Besteuerung von Gewinnen völlig sinnlos ist (siehe Kapitel 3.1.2. des Buches die Geldlawine“: „Schmarotzer und abgenagte Knochen“). Zweitens, weil in der EU ein Unterbietungswettbewerb der Nationen um die niedrigste Gewinnbesteuerung herrscht. Volkswirtschaften wie Irland, Estland, Lettland, Slowakei und Ungarn basieren auf der unfairen Unterbietung der Hochsteuerländer.

Und schließlich: Wenn die EU sich einer Lösung in den Weg stellt, mit der man Arbeitslosigkeit, Niedriglöhne, Renten- kollaps, Staatsbankrotte, das Zinsproblem, den ewigen Wachstumszwang und vieles mehr beseitigen kann, verliert die EU die Untertützung ihrer Bürger und ihre ohnehin schwache Legitimation. Und Druckmittel gegenüber ihren Mitgliedsländern besitzt sie auch nicht. Siehe auch Kapitekl 7.2. des Buches „Die Geldlawine“: „EU – Ballast oder Chance?“.

Das sinnvollste, was die EU tun kann, ist das Bandbreitenmodell in allen EU-Ländern einzuführen.

Zur freien Kopie und Verteilung an möglichst viele Menschen. Für weitere Fragen senden Sie uns bitte eine Mail.

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